Erfahrungsbericht Peru

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Land
Peru
Träger
Ayúdame - Hilf mir Sonthofen e.V.
Freiwillige/r
Sabrina

Unterrichten an einer Schule für lernbehinderte und verhaltensauffällige Kinder

Meine Entscheidung und der Weg zum FSJ Platz

Viele Menschen fragen sich, was bewegt einen jungen Menschen dazu nicht gleich zu studieren sondern erst einmal ein FSJ zu machen. Bei mir spielte meine Entscheidung nach dem Jahr Sonderschullehrerin werden zu wollen, eine wichtige Rolle. Da es für diesen Studien- und beruflichen Werdegang immer hilfreich ist, schon etwas Erfahrung in diese Richtung mitzubringen, entschloss ich, mich erst einmal für ein FSJ zu bewerben; vorzugsweise an einer Schule. Ich wollte dies jedoch nicht in Deutschland absolvieren, da ich mit dem FSJ gleichzeitig auch noch das Kennenlernen einer anderen Welt, eines anderen Landes und einer anderen Kultur verbinden wollte.

So stellte ich mir die Frage, in welches Land gehe ich?
„Weltwaerts“, der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bot auf seiner Internetseite viele Entwicklungsländer zur Auswahl an, darunter war auch Peru. Da ich über meine Großmutter Wurzeln und Familie in Peru habe (meine Großmutter ist Peruanerin – lebt aber seit Jahrzenten schon in Deutschland) und mit 5 Jahren das einzige Mal dort war, fiel mir der Entschluss mein FSJ dort zu absolvieren nicht schwer. Ein positiver Nebeneffekt, der sich für mich zusätzlich ergab war, dass ich die Möglichkeit hatte, recht schnell Spanisch zu lernen.
Bei „Weltwaerts“ gibt es zahlreiche Organisationen, die unterschiedliche Aufgaben anbieten. Beim Angebot der Organisationen stieß ich auf den Verein „Ayudame“ Sonthofen e.V., der folgendes Projekt anbot: Förderung lernbehinderter und verhaltensauffälliger Schüler der "Santa Barbara" Schule. Das war genau das, was ich mir vorgestellt und nach dem ich gesucht hatte. In der Hoffnung eine Zusage für dieses Projekt zu erhalten, schickte ich meine Bewerbung noch vor Weihnachten 2011 los. Über die Ferientage war die Spannung groß. Als ich dann Anfang Januar 2012 die Zusage bekam war ich der glücklichste Mensch auf Erden. Ich wurde für das Projekt auserwählt das so gut zu meiner Berufswahl passt und mir wird die Möglichkeit eingeräumt, ein Jahr Erfahrungen zu sammeln und zu schauen, ob ich an meinem Berufswunsch festhalte und natürlich das von mir auserwählte Land PERU besser kennenzulernen.

Mein neues Zuhause und erste Eindrücke

Am 15. August startete mein Abenteuer FSJ in Peru. Mit Miriam meiner Mitfreiwilligen, die dieses Jahr an einer Schule für behinderte Kinder arbeiten wird, ging es in den frühen Morgenstunden am Münchner Flughafen los. Glücklicherweise verlief alles reibungslos und wir hatten weder mit dem Umsteigen in Madrid, noch mit unserem Gepäck irgendwelche Probleme und kamen so pünktlich in Peru – Lima an. In der Pfarrei in Huaura, in der wir für das eine Jahr leben werden, wurden wir von Padre Amando und 3 weiteren Deutschen herzlich begrüßt.
Durch Tamara, die 2 Monate Freiwilligendienst in einem Kindergarten ableistete, Miguel der vor 20 Jahren selber einmal Freiwilliger war und Andrea die gerade zu Besuch war, war die Eingewöhnungsphase für uns etwas leichter, da sie uns alles zeigten und halfen mit dem Land und den Leuten vertraut zu werden. Die Pfarrei selbst ist sehr schön und die Menschen unglaublich nett und hilfsbereit.
Während wir Deutschen erst immer alles im Kopf durchdenken wird hier mit dem Herz.
gedacht. Das tägliche Leben mit Padre Amando und unserer Köchin Blanca (zwei Personen die ich nicht mehr missen möchte), ist abwechslungsreich und interessant. Beide helfen uns bei den anfangs noch bestehenden Sprachschwierigkeiten und unser „Spanisch“ wird zusehends besser. Mittlerweile läuft das schon ganz gut. Die Pfarrei bietet ein wunderschönes Zuhause und die Gemeindemitglieder sind alle offen, hilfsbereit und nett. Man fühlt sich von Anfang an wohl hier.

Meine Arbeit

Ich arbeite an der Institución Educativa Privada (I.E.P.) "Santa Barbara", einer Privatschule für lernbehinderte und verhaltensauffällige Kinder. Nachdem ich meine ersten Schulwochen in allen Klassen verbracht hatte, um die Kinder und das Schulsystem besser kennenzulernen, entschied ich mich, die Rektorin in Klasse 2 zu unterstützen. In dieser Klasse gibt es 17 Schüler, die wir in 3 Gruppen aufgeteilt haben, um die Kinder individuell fördern zu können. Die Leistung der Schüler ist sehr stark davon abhängig, wie sie von ihrem Elternhaus unterstützt werden.
Meine Arbeit besteht darin, die etwas schwächeren Gruppen in Spanisch und Mathematik zu unterrichten. Ansonsten habe ich noch den Englisch- und Kunstunterricht für die ganze Klasse übernommen. Es bereitet mir sehr viel Spaß und hin und wieder wird man selbst wieder zum Kind. Auch wenn die Arbeit oft anstrengend ist, da die Kinder aufgedreht sind, nicht sitzen bleibe etc., gibt es viele schöne Momente mit den Kids und ich habe sie schon richtig lieb gewonnen. Auch die Unterrichtsvorbereitungen die ich mittags selber treffe, gehören zu meiner Arbeit dazu. Für meine spätere Studienwahl ist diese Arbeit genau das Richtige und ich bin froh mich für dieses FSJ entschieden zu haben und freu mich auf weitere 9 Monate, in denen ich Erfahrung in diesem Beruf sammeln darf.

Meine Freizeitgestaltung

Meine Freizeit verbringe ich oft mit Miriam, mit der ich mich sehr gut verstehe. Donnerstagabends gehen wir immer in die Chorprobe. Auch wenn wir nicht die besten Sängerinnen sind, haben wir mit den Jugendlichen unsere Gemeinde Spaß. Das Geprobte singen wir dann immer Sonntagmorgens in der Messe.
Ansonsten sind wir Mitglieder im Fe y Luz:
Fe y Luz wurde vor 40 Jahren von einem Mann gegründet, der gesehen hat, dass die Beschäftigungsmöglichkeiten nach der Schule für behinderte Menschen in Südamerika gering bis gar nicht vorhanden sind. Aus diesem Grund gründete er die Organisation Fe y Luz.
Es sind viele kleine Gruppen in ganz Peru, ganz Südamerika, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Eltern zu zeigen (oft sind es selbst Eltern eines behinderten Kindes), dass man auch nach der Schulzeit sehr wohl etwas mit diesen Kindern anfangen kann.
Unsere Fe y Luz Gruppe wurde von Schwester Helena aus der Gemeinde gegründet und besteht seit November 2010. Wir treffen uns immer an einem Sonntag im Monat mit den Kindern und deren Eltern. Dabei wird gelesen, eine Bibelstelle erörtert, gespielt und mit den Kindern getanzt. Diese 3 Stunden einmal im Monat machen richtig Spaß und ich habe die Kinder zwischenzeitlich schon richtig in mein Herz geschlossen. Zur Vorbereitung des Ganzen treffen wir uns bereits im Voraus separat mit Schwester Helena und ein paar Müttern der Kinder.

Über eine Fe y Luz-Mutter kamen wir dazu, dass wir hin und wieder an einem Mittwoch und Freitag zusammen mit einer kleinen Gruppe von Behinderten basteln und Samstagnachmittags zusammen Sport treiben.
Außer Miriam und mir lebt noch ein weiterer Freiwilliger aus Deutschland, namens David, in Huaura. Da wir uns alle gut verstehen, verbringen wir einen Großteil unserer Freizeit zusammen. David lebt in einer Gastfamilie die auch für uns schon zur Gastfamilie geworden ist. Egal ob wir mit deren 2 Söhnen abends Karten spielen, mit ihnen an den Strand gehen oder von der Mutter Maura zu Familienfesten oder zum Essen eingeladen werden. Es ist eine Familie in der wir uns rundum wohlfühlen.

Während meiner freien Tage habe ich schon etwas das Land erkundet. Über ein verlängertes Wochenende war ich zusammen mit Miriam in Miraflores einem Stadtteil von Lima. Wir besuchten dort meine Großcousine. An einem anderen Wochenende waren wir in San Ramon in der Selva (Dschungelgebiet Perus) auf einer Hochzeit mit einer Lehrerin aus Miriams Schule. An dem Wochenende durften wir gleich noch eine Tour durch den Dschungel zu einem wunderschönen Wasserfall und einen Ausflug in ein Naturvölkerdorf miterleben. Im Oktober 2012 hatte meine Schule eine Woche Ferien. Diese Zeit nutzte ich um mit einem anderen Freiwilligen aus Deutschland, namens Robin, die Nordküste Perus zu erkunden. Mancora und Trujillo.

Ansonsten werden Miriam und ich von den Gemeindemitgliedern und deren
Jugendlichen immer wieder zu irgendwelchen typischen peruanischen Festen oder zum
Essen eingeladen oder wir gehen zusammen mit ihnen abends aus.

Mein Fazit

Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben hier und froh, dass ich mich für dieses FSJ und das etwas andere Leben hier entschieden habe. Egal, ob bei der Arbeit in der Schule oder in meiner Freizeit, ich lerne jeden Tag dazu und mache neue, interessante Erfahrungen. Vor allem schätze ich die Herzlichkeit und die Gelassenheit der peruanischen Menschen und bin froh so nah an ihrem Leben dran zu sein und teilhaben zu dürfen. Ich freue mich auf die weiteren 9 Monate hier und bin gespannt was ich noch alles erleben
darf.

Halbzeit


Mittlerweile ist doch wieder einige Zeit vergangen und ich bin zwischenzeitlich über ein halbes Jahr in Peru. Die letzten Monate hat sich Einiges zugetragen, worüber ich Euch berichten möchte.

Die Schultage ab Mitte November verbrachte ich in der 1.Klasse, weil Profesora Karol mich um Unterstützung in ihrer lernschwachen Gruppe gebeten hatte. Mit ihr zu arbeiten bereitete mir große Freude und die Arbeitsatmosphäre empfand ich harmonisch und angenehm. Die Kinder selbst machten es mir auch leicht, da sie mich herzlich in ihrer Gemeinschaft aufnahmen.
In Mathematik durfte ich 4 und in Spanisch 6 Kinder unterrichten bzw. sie bei der Lösung ihrer Aufgaben unterstützen. Da ich in den ersten Monaten in Peru in der 2-ten Klasse Erfahrungen gesammelt hatte, kannte ich zwischenzeitlich die ein oder andere Lernmethode, die ich dann auch umsetzte. So konnte ich Profesora Karol unterstützen und sicherlich auch etwas entlasten.
Den Umgang mit den mir liebgewonnenen Kindern möchte ich hier, anhand eines Beispieles, verdeutlichen. Eines verträumten Jungen, namens Patrick, nahm ich mich besonders an. Er war gedanklich oft abwesend. Dabei kam er mir vor, als würde er auf einem anderen Planeten leben und die Schule war dabei für ihn ganz weit entfernt. Mit den Worten: „Mayday Mayday an Patrick!“ wandte ich mich dann an den sensiblen Jungen und sein darauf erstrahlendes Lächeln zeigte mir, dass er aus seinen Gedanken gerissen, zum Unterricht zurückgekehrt war und ich nun wieder mit ihm und den anderen weiterarbeiten konnte.
Zu meiner großen Freude konnte ich am Ende des Jahres, in den Examen, Fortschritte bei den einzelnen Schülern erkennen, was mir große Genugtuung bereitete. Der Aufwand der Lehrer und meine gern geleistete Arbeit in den zurückliegenden Monaten trugen Früchte, die nun geerntet werden konnten.

Ansonsten veranstalteten wir mit der 1. Klasse einen eigenen Tanzunterricht. Die Kindertänze, wie man sie beispielsweise aus den Urlaubhotels in Spanien oder der Türkei kennt, wenn die Kinder nach dem Abendessen dort zur Minidisco gerufen werden, können nun auch alle Kinder aus der 1. Klasse der „Santa Barbara Schule“ in Huaura. Sie mussten hierzu nicht eigens in Urlaub fahren und hatten trotzdem einen riesen Spaß, ebenso wie wir Lehrer.

Eine komplett neue Erfahrung war für mich ein Fest für Haustiere.
Alle Kinder durften ihre Haustiere mit in die Schule bringen. Egal ob Hund, Katze, Hase, Schildkröte, Fisch, Vögel etc. Es gab alles. Dazu noch die kuriosesten Verkleidungen, beispielsweise wurde ein Hund als Soldat verkleidet. Es gab eine Jury und diese hatte die Tiere dann nach ihrem Können und Aussehen zu bewerten.

Im November gab es noch die „Olympiadas“, an denen die Kinder und die Eltern, in verschiedenen Disziplinen, an 3 Samstagen hintereinander, gegeneinander antraten.

Eine Feier die ich nie vergessen werde, war eine „Quinceniera“. Hierbei handelt es sich um den Geburtstag eines 15jährigen Mädchens, was groß und mit vielen Gästen gefeiert wird.
Diese „Quincieniera“, zu der ich eingeladen war, feierte ein behindertes Mädchen, namens Rosa, aus der Schule von Miriam. Das Besondere an dieser Feier war, dass man gar nicht bemerkte, dass Rosa behindert ist. Es wurde gefeiert, getanzt und gelacht wie bei jeder anderen „Quinceniera“ auch und es war so schön mit anzusehen, dass die behinderten Kinder genau das gleiche Glück haben dürfen, wie die gesunden Kinder. Von all den „Quincenieras“ auf die ich bisher eingeladen wurde, war diese für mich die Schönste und warum? Sie hatte das gewisse Etwas; eine Atmosphäre die unbeschreiblich ist.
Diese behinderten Kinder bringen einem mit ihren verschiedenen Gesten, Worten und Taten so viel Herzlichkeit und Liebe entgegen, dass man sich unter ihnen einfach wohl fühlt .

Am 27. November war „Desfile“ zum Geburtstag von Huaura.
Dafür haben wir schon einige Tage vorher mit den Kinder das Marschieren geübt. Ein Brauch, der mir vollkommen fremd war. In Deutschland könnte man sich niemals vorstellen, dass alle Schulen mit Schülern und Lehrern durch die Straße marschieren. So lernte ich bei diesem Fest einen weiteren kulturellen Unterschied zwischen meinem Heimat- und meinem Gastland kennen.

Am 31. November, war dann noch der Tag der Kinder.
Zusammen mit den Schülern machten wir einen Ausflug zu einem Spielplatz, wozu auch ein Schwimmbad gehörte. Die Freude der Kinder hierüber war unermesslich.

Gegen Ende November begannen auch in Huaura die Weihnachtsvorbereitungen und dies nicht nur in der Schule. Mit der ersten Klasse übten wir, in weihnachtlicher Vorfreude, Weihnachtslieder. Da ich wusste, dass mich meine Mama und Oma über die Weihnachtszeit besuchen kommen, ließ ich es mir nicht nehmen, den Kindern „Oh Tannenbaum“ auf Deutsch beizubringen. An den Behindertennachmittagen bei Senora Lita bastelten die Kinder und ich einen Adventskranz aus Kabel, Klopapierrollen etc., als sogenanntes Recyclingprojekt und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wunderschön die Kränze der Kinder geworden sind.
Natürlich wollte ich auch den ein oder anderen typisch deutschen Weihnachtsbrauch nicht missen, also lud ich David (ebenfalls ein Freiwilliger aus Deutschland) und Blanca (unsere Köchin) zum gemeinsamen „Plätzchen backen“ ein. Blanca kannte diesen Brauch noch nicht und so wurde es ein riesen Spaß, bei dem unsere Gesichter danach weißer waren, als der Teig. Am Ende profitierte dann die ganze Pfarrei von unseren Backkünsten.

In der Woche vor Weihnachten reihte sich ein Fest an das andere. Egal, ob in der Schule oder in der Pfarrei. Es gab immer etwas zu tun und zu feiern. Unter anderem besuchten wir mit der Pfarrjugend die Kinder im Randteil von Huaura. Wir hatten für sie eine „Chocolatada“ (Fest mit heißer Schokolade und Paneton) vorbereitet, die wir in einem alten Hühnerstall veranstalteten. Dabei machte ich wieder eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Ich ging bis dahin davon aus, dass ich zwischenzeitlich wusste, was Armut bedeutet. Was ich allerdings in dem Randteil von Huaura zu sehen bekam, toppte das Ganze noch einmal. Dort lernt man den Begriff „Armut“ auf vielseitige Art kennen und zu definieren.
Während es für die einen materielle Armut gibt, da sie beispielsweise kaum etwas anzuziehen, zu essen oder ein Dach über dem Kopf haben, gibt es für andere die seelische Armut durch fehlende Liebe und Zuwendung der eigenen Eltern.

Wenige Tage vor Weihnachten gab es in der Schule einen Weihnachtslied- Gesangswettbewerb. Ansonsten besuchten wir noch mit den Schülern alte Leute im Altersheim und beschenkten sie mit gespendeten Kleidungsstücken. Der letzte Schultag vor Weihnachten wurde mit einem großen Fest an dem ein Clown auftrat und Kuchen gegessen wurde, beendet. Miriam und ich kamen vor Weihnachten auch noch in den Genuss, dass wir an Chocolatadas in unserer Fe y Luz-Gruppe und in einem Nachbardorf namens Rontoy mitfeiern durften. Trotz Plätzchen backen, Weihnachtsmusik hören und trinken von heißer Schokolade wollte weder bei Miriam noch bei mir, bei 25 Grad im Schatten, die gewohnte Weihnachtsstimmung aufkommen. Dennoch war es eine unvergessliche Vorweihnachtszeit und interessant , diese auf eine solche Art einmal kennenlernen zu dürfen.

Meine größte Weihnachtsüberraschung 2012 war, dass meine Mama und meine Oma im Rahmen ihrer Peru-Reise zu Besuch kamen. Um meiner Mama einen Eindruck von unserer Arbeitsstelle zu verschaffen, nahmen Miriam und ich sie mit zur „Promotion“. Es handelte sich dabei um den Schulabschluss der 6-ten Klasse. An Weihnachten in Peru steht nicht, wie in Deutschland der Konsum im Vordergrund, sondern Liebe, Vergebung, Gemeinschaft, Familie…
Ich war glücklich einen Teil meiner eigenen Familie bei mir zu haben.
An Heiligabend besuchten wir die Messe in unserer Kirche. Anschließend verbrachten wir den Abend gemeinsam in einer kleinen Runde, an der Padre Amando, Carmen, meine Mama, meine Oma, Miriam und ich teilnahmen. Entgegen den Vorjahren bekam Padre Amando dieses Jahr etwas typisch Europäisches aufgetischt: Lasagne und danach Obstsalat.
Später besuchten wir dann noch David (einen anderen Freiwilligen aus Deutschland) und dessen Gastfamilie.

Die Tage darauf machte ich mit meiner Mama noch eine Kurzreise, entlang der Küste, bevor sie und meine Oma am 30.12.12 die Rückreise nach Deutschland antraten. Den Silvesterabend verbrachte ich mit meinen Freunden in Huaura. Die ersten Tage im Neuen Jahr machten Miriam, David und ich eine Rucksacktour in den Norden Perus, bevor wir das einwöchige Seminar in Barranco besuchten.
Barranco ist ein sehr reicher Stadtteil von Lima. Was mich irritierte und was ich absolut nicht passend fand war, dass wir in einem „First Class –Haus mit Pool, direkt am Strand untergebracht waren. Ich wurde aus den zu meiner Gewohnheit gewordenen Lebensumständen herausgerissen und genoss eine Woche puren Luxus, bevor ich wieder in die gewohnte Lebensart zurückkehrte. Eine Erfahrung mehr, die ich machen durfte.

Nach diesem Seminar folgte ein wunderschöner Reisemonat von Miriam und mir, quer durch den Süden Perus, Chile und Bolivien zurück nach Peru in dem wir viele Eindrücke von Mensch, Land und Natur gewonnen haben. Ein besonderes Highlight war natürlich der Besuch von Machu Picchu.

Bald fängt die Schule wieder an und ich bin schon sehr gespannt auf die neuen Kinder, die neuen Lehrer und wie der Schulalltag für mich dieses Jahr ablaufen wird.

Liebe Grüße,

Eure Sabrina

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