Erfahrungsbericht Kenia

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Land
Kenia
Träger
Kolping Jugendgemeinschaftsdienste
Freiwillige/r
Charlotte

Wambi Primary School in Masogo

Erste Tage in Masogo
Heute morgen war ich in meiner Schule, der Wambi-Primary School, eine staatliche Schule mit ca. 180 Kindern und 11 Lehrern und bin den Schülern und Lehrern vorgestellt worden. Hab mir danach dann Schulbücher durchgelesen und zusammen mit der Schulleiterin überlegt, was ich unterrichten werde. In Class 4 hab ich gleich P.E. übernommen, das ist eine halbe Stunde Sport, wenn kein Lehrer da ist machen die Schüler das allein ansonsten macht man Übungen oder Spiele, worauf die Kinder Lust haben. Und danach bin ich noch in Class 5 in den Matheunterricht gestellt worden, der Lehrer war krank, das ging aber ganz gut, ich hab mit den Kindern eine Übung aus dem Buch gemacht und sie ein bisschen kennengelernt.

Ab Montag werd ich die P.E. Stunden und Creative Arts in 1-2 Klassen übernehmen und dann im Januar wahrscheinlich Science und Maths unterrichten. Das ist im Prinzip ähnlich wie das, was meine Vorgängerin Sam– gemacht hat, passt aber auch perfekt zu mir und die Kinder scheinen sich riesig auf eine neue Sam zu freuen… Für den Anfang ist das richtig gut, wenn ich ein paar Sport und Kunststunden übernehm, weil die Kinder in allen anderen Fächern im November Examen haben und ich bis dahin erstmal alles kennenlernen kann.

In der Familie und auf dem Compound fühl ich mich immer wohler, meine Mitfreiwillige und ich haben uns jetzt in der Lehmhütte eingerichtet und haben uns schon mehr an den Tagesablauf gewöhnt.

Mir ist einfach nur heiß

In Masogo beginne ich, mich an den Tagesablauf zu gewöhnen. Wir stehen so um halb 7 auf, frühstücken, richten unsere Schulsachen und sind dann so um 8 in der Schule.
Meine Stunden fangen meistens erst um 9.50 Uhr an, aber manchmal spring ich davor für einen Lehrer ein, um die Schüler zu beschäftigen, lern Dholuo oder bereite den Unterricht vor. Oder ich unterhalte mich mit den Lehrern, je länger ich in der Schule bin desto entspannter wird es und desto mehr komm ich mit allem klar.

Im Moment versteh ich noch sehr wenig Dholuo, ich versuch aber so viel wie möglich von den Kindern und Lehrern zu lernen.
Meine Arbeit ist perfekt für den Anfang, beim Sportunterricht (P.E.) kann ich meine Waldheim- und Jungscharspiele anwenden und in Creative Arts (Alles, was mit Kreativität zu tun hat, also Kunst, Musik, Tanz…) kann ich die Schüler zeichnen lassen oder mir von ihnen Dholuo beibringen lassen. Es ist sehr gut, dass ich Buntstifte, Radiergummis und Lineale mitgenommen hab, damit kann man viel machen.
Vielleicht werd ich auch bald Handballtraining machen aber für die ersten Tage reicht P.E. Und C.A.

Daheim helfe ich meiner Gastmutter beim Kochen und Spülen, spiel mit den Kindern und versuch mich so gut, wie möglich einzufügen. Am Sonntag waren wir joggen, es war richtig toll mal wieder Sport zu machen und die wunderschöne Landschaft zu genießen.
So langsam normalisiert sich alles und ich kann anfangen, mich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Mein Schulalltag in Wambi

Übliche Probleme mit dem Internet. Ich geb mir Mühe aber es dauert oft ne lange Zeit, bis ich mich melden oder antworten kann. Macht euch keine Sorgen, wenn man mich nicht erreichen kann, das ist normal =)

Mittlerweile versuch ich, zwischen 6.30 Uhr und 7 Uhr in der Schule zu sein. Vor der ersten Stunde kommen die Lehrer in die Schule, um den Unterrichtsstoff zu wiederholen und die Schüler aufs Examen vorzubereiten. Ich versuch damit ein bisschen mehr Zeit für meine 4. Klasse in „Science“ zu haben. Der normale Stundenplan beginnt dann um 8.20 Uhr. Das Unterrichten ist schwierig. Die 4. Klässler verstehen zum Teil noch sehr wenig Englisch. Das wird aber besser werden. Offizielle Unterrichtssprache und Examen sind in Englisch. Mit viel Bildern und Wiederholungen hoffe ich , dass ich das bald hinkriege.

Ich lerne langsam zu unterrichten und flüssiger Englisch zu reden. Und Dholuo. Ich würd mich so gern in der Sprache unterhalten können aber so viel kann ich eben noch nicht. Es ist im Moment überall staubig, trocken und heiß. Zwischen 12 und 3 Uhr bin ich froh, wenn ich nichts zu tun hab. Nachts und morgens ist es aber sehr kühl. Meine Erkältung geht langsam weg. Es ist schon komisch mit dickem Pulli in die Schule zu gehen und mittags wie im Hochsommer zu schwitzen. Auf dem piki piki muss ich meine Haare mit nem Tuch verdecken, nach einer Fahrt bin ich staubig von oben bis unten. Reisen um diese Jahreszeit ist kein Vergnügen. Ich bin so dankbar für alles, was durch das Wambi-Food-Project jetzt für uns möglich geworden ist. Wir können erstmal Essen für die nächsten Monate kaufen. Vielen Dank für jede Unterstützung. Ich hoffe ich kann das Projekt noch lange weiterführen damit das Essen für die Schüler sichergestellt werden kann.
Regen, Schlamm und Kaelte

Wir sind mitten in der grossen Regenzeit. Es regnet in Kuebeln, so dass man jeden Tag hofft der Regen erwischt einen nicht auf dem Weg. Am besten geht man schon vor 4 Uhr mittags nach Hause und schuetzt sich vor dem Regen. letzte Woche war ich mit meinen zwei Gastschwestern (10 Jahre und 6 Jahre) in Kisumu unterwegs. Meine Gastmutter war schon vor uns nach Hause gefahren. Als sie mich anrief, hatte sie an der Hauptstrasse fuer eine Stunde gewartet, dass der Regen vorueber geht und musste dann 2 Stunden nach Hause laufen, das Wasser bis zu den Knien weil keine Motorradtaxis mehr gefahren sind. Also hab ich in Kisumu mit den Kindern uebernachtet weil es mit ihnen zu gefaehrlich gewesen waere noch nach Hause zu fahren. In den Fluten hat es an dem Tag einige Haeuser weggeschwemmt. Ich hab am naechsten Tag dann das Ausmass des Regens gesehen. Zum Glueck hab ich ein paar Freunde in Kisumu bei denen ich spontan uebernachten kann, dann war das auch fuer die Kinder mehr ein Abenteuer als ein Problem…

Im Moment sind noch Ferien. In einer Woche geht dann Term 2 – also das zweite Schuldrittel los. Ich fahr morgen noch nach Nairobi und besuch ein paar Freunde, dass ich mich dann ab Montag wieder auf die Schule konzentrieren kann.

Ich habe in letzter Zeit ein paar Mal auf den Feldern geholfen. Mais und Bohnen pflanzen und Unkraut jaeten. Ist sehr anstrengend aber es war eine Erfahrung wert. Unser Gastvater ist Farmer und verdient sein Geld hauptsaechlich mit dem Anbau von Zuckerrohr. Unsere Gastmutter baut Mais und Bohnen hauptsaechlich fuer den Eigenbedarf an. Das ist ganz schoen viel Arbeit so viel Ugali wir jeden Tag essen.
Wasser muessen wir im Moment nicht vom Fluss holen. Dass Regenwasser reicht voellig aus. Dass es im Moment nicht so uebermaesig warm ist find ich ganz angenehm. Man schwitzt nicht so schnell. Trotzdem ist die Regenzeit sehr anstrengend. Reisen ist schwieriger und der Tag ist kuerzer weil man morgens oft warten muss, bis die Sonne den Schlamm ein wenig getrocknet hat und abends frueh nach Hause muss um nicht in den naechsten Regen zu kommen.

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