Erfahrungsbericht Thailand

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Land
Thailand
Träger
AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.
Freiwillige/r
Jill

Benjamarachutit Ratchaburi School

37 Dinge die an Thailand anders sind

1. Nachts laufen hier mehr Hunde als Menschen auf den Straßen rum
2. Es interessiert hier kein Schwein, wenn man beim Rollerfahren keinen Helm anhat
3. Auch nachts ist überall Musik und ganz viele Lichter
4. Immer wenn man jemanden in die Augen schaut wird gelächelt. IMMER.
5. Die Jugendlichen sind aufgeregt, wenn sie einen Farang sehen und fangen an zu tuscheln
6. Es gibt hier kein: Willst du noch was zu essen? Sondern nur ein: ISS!
7. Thais essen immer immer
8. Selbst bei der größten Hitze gibt’s hier Suppe
9. Umarmungen sind hier nicht üblich
10. Es ist Linksverkehr
11. Es riecht hier überall nach Essen
12. Es riecht sowieso immer überall nach irgendwas
13. Neben den geilsten Häusern sind auf einmal Slums
14. Es interessiert keinen, wenn die Gärten nicht aufgeräumt oder schön sind
15. Beim Autofahren schnallt man sich aus Prinzip nicht an, auch wenn ein Gurt da ist
16. Wenn nicht genug Platz im Auto ist, dann wird sich einfach hinten drauf gesetzt
17. Hier laufen überall abgemagerte Hühner rum
18. Und Katzen
19. Und Hunde
20. Bei den Ampeln sind daneben Anzeigen wie lange sie noch rot bzw. grün sind
21. Verkehrsregeln sind überflüssig
22. Wenn man ein Kabel in eine Steckdose steckt kommen einem erst mal ewig viele Funken entgegen
23. Das Fernsehprogramm ist noch mehr für den Arsch als in Deutschland (Assi-tv ftw :DD)
24. Es ist absolut unüblich, als Jugendlicher eine Beziehung zu haben
25. Man geht nie mit Schuhen ins Haus
26. Die Klos an den Tankstellen sind sehr… gewöhnungsbedürftig und schwer zu erklären
27. Viele Duschen hier übrigens auch
28. Man trägt hier nichts öfter als einen Tag, also auch keinen Schlafanzug zwei Nächte hintereinander
29. Viele Familien waschen mit der Hand, obwohl sie eine Waschmaschine haben
30. Die Wäsche wird immer gleich aufgehängt: Unten die Unterwäsche, oben die T-Shirts
31. Die Züge sind hier genauso verstopft wie man es immer von Japan hört
32. Man will hier weiße Haut haben, keine braune
33. Hier wird davon geredet, dass der Bus mit dem man zwei Stunden fährt, teuer ist, obwohl es umgerechnet gerade mal 2euro sind
34. Man isst hier nur mit Löffel und Gabel. Löffel rechts, Gabel links. Aber NUR der Löffel kommt zum Mund!
35. Wahlweise isst man auch einfach mal mit den Fingern
36. Hier laufen unendlich viele ladyboys rum und niemand stört sich daran
37. Der McDonalds hat hier auch Sachen mit Reis

Und noch so so so viel mehr, ich glaube, ich könnte noch bis morgen durchschreiben. Thailand ist nicht nur wunderschön, nein es ist einfach so komplett anders. Ich habe in den letzten 9 Tagen so viele Eindrücke gesammelt, dass ich überhaupt keine Worte dafür finden kann. Es ist unbeschreiblich wie viel neues man hier sieht, wie oft man geschockt ist oder einfach nur alles bewundert. Es ist, als würde jede Stunde, nein jede Minute irgendetwas da sein, was man nicht kennt, aber trotzdem ist man es irgendwie gewohnt, weil hier einfach alles so anders ist, dass es einen kaum mehr überrascht. Kann man das als Außenstehender verstehen und nachvollziehen? Ich weiß es nicht. Thailand ist auf jeden Fall unendlich schön und ich bereue es keine Sekunde, dass ich hier her gekommen bin, auch wenn ich schon mit Heimweh zu kämpfen hatte. Es ändert sich einfach alles in meinem Leben. Nicht nur mein Deutsch verschlechtert sich hier, nein, ich lerne einfach so wahnsinnig viel dazu, es ist der Wahnsinn. Mein Thai wird von Tag zu Tag besser, ich verstehe mehr, die Sprache kommt mir nicht mehr so fremd vor. Mein Wärmempfinden ist total im Arsch & was wirklich teuer ist und was nicht, kann ich irgendwie auch nicht mehr einschätzen. Mal sehen wie sich das in den nächsten Monaten noch so entwickelt. Ich liebe dieses Land auf jeden Fall jetzt schon. Ich liebe die Menschen, die Art und Weise, wie man miteinander umgeht, die Sprache, die Umgebung, das Wetter. Es ist… unglaublich.
Und wieder einmal sind 11 Tage vergangen, seit meinem letzten Post. Schon komisch, wie die Zeit hier auf der einen Seite an mir vorbei rauscht und auf der anderen nicht zu vergehen scheint…
Seit 60 Tagen bin ich jetzt schon/erst (?) im Land des Lächelns. Hatte hier Tage, an denen ich nichts sehnlicher wollte, als in den Flieger nach Deutschland zu steigen und ich hatte Tage, da kamen mir die Tränen, als ich daran gedacht habe, dieses Land in weniger als neun Monaten verlassen zu müssen.

Alle meinen immer zu mir, ich solle doch mal was erzählen… Aber was denn? Das hier ist ein ganz normales Leben. Ich habe hier eine Familie (ja, mittlerweile würde ich wirklich sagen, sie sind meine Familie!), ich gehe ganz normal zur Schule, komme Abends wieder nach Hause und ja, es ist einfach ein Alltag eingekehrt, aus dem ich nichts erzählen kann, weil ich die ganzen ‘speziellen’ Dinge nicht mehr sehe, sie sind einfach normal geworden.

Aber ich werde trotzdem versuchen ein paar Sachen zu finden die vielleicht für euch Deutsche (?) interessant sein könnten. Zum Beispiel die Schulsituation:

Also, hier ist das nämlich jeden Tag so, dass um 8Uhr alle in unsere ‘Sporthalle’, die man hier Doom nennt, gehen. Da stellen sich dann die einzelnen Klassen jeweils in 2 Reihen auf, eine Reihe für Jungs und eine für Mädchen, dann singen wir die Nationalhymne, dann die Hymne der Schule, dann ‘beten’ wir und dann hocken wir uns alle hin und dürfen uns eine knappe viertel Stunde, manchmal auch länger, eine wunderbare Rede anhören, der eigentlich niemand zuhört, da die meisten noch ihre Hausaufgaben machen, oder im Sitzen ein wenig schlafen, oder sich über irgendwas unterhalten. Insgesamt hab ich mir das Schulleben hier sowieso ganz anders vorgestellt… Ich dachte, es ist wirklich so, dass der Lehrer vorne steht und erzählt und die Schüler brav dasitzen und zuhören, aber nee, denkste, man sitzt eigentlich die meiste Zeit mit seinem Handy da, schwätzt, isst, oder macht sonst irgendwas, was nichts mit dem Unterricht zu tun hat - und die meisten Lehrer interessiert es nicht. Sie reden dann halt ein bisschen lauter, bzw. schreien in ihr Mikrofon irgendwas, aber das nimmt keiner so richtig wahr. Was mir auch aufgefallen ist, dass es anders ist, dass wir hier meistens echt so Jungs und Mädchen getrennt in unserem Klassenzimmer hocken! Also da ist wirklich auf der einen Seite alles voller Jungs und auf der anderen alles voller Mädchen… Gut, richtig Freunde habe ich hier natürlich noch nicht gefunden, habe ja auch erst 8 Schultage gehabt, aber es gibt ein paar, zu denen ich mich beim Lunch setzen kann, ohne dass sie sich was denken, und auch welche zu denen ich hingehe, wenn ich sie auf dem Schulgang rumstehen sehe. Okay, eigentlich würde sich wahrscheinlich hier niemand irgendwas doofes denken, wenn ich mich zu ihnen setzen würde, weil ich hier echt so etwas wie ein Superstar bin. Egal wo ich in der Schule entlang laufe, ständig ruft mir irgendjemand: „Hello Jiu!“ oder:“ i love you“. oder irgendsoetwas in der Art entgegen und ich muss ehrlich sagen, auch wenn das die ersten 2 Tage noch süß war, es fängt jetzt langsam schon an, zu nerven… Ich hoffe das legt sich über das Jahr ein wenig. So stundenplanmäßig habe ich eigentlich relativ viel Glück, kein Chemie und kein Physik und nur eine Stunde Mathe, die ich mir sogar freiwillig ausgesucht habe. Mein Lieblingsfach ist hier bis jetzt Englisch, weil ich das auf Englisch hab, haha, und Französisch mag ich auch ganz gerne, obwohl das Niveau echt sehr, sehr tief ist… Also an sich kann ich sagen, dass ich die Tage unter der Woche mehr genieße als das Wochenende, ohne Witz! Einfach nur, weil ich da was zu tun habe..

Mehr von Jill findest du auf ihrem Blog:
jill-in-thailand.tumblr.com

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