Erfahrungsbericht Indien

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Land
Indien
Träger
VoluNation
Freiwillige/r
Jacqueline P

Abenteuer in Indien

Seit ich denken kann und Spaß am Reisen gefunden habe, bin ich interessiert an Asien. Ich liebe diese fremde, ferne und so viel andere Kultur, die Leute, das Essen und dieses andere Lebensgefühl. Mir persönlich liegt es immer sehr am Herzen, Land und Leute eines Reiseziels kennenzulernen. Darüber hinaus ging es mir darum, den täglichen Luxus, der mir hier in Europa geboten wird, wieder schätzen zu können. Und wie kann man das alles besser erreichen als mit Freiwilligenarbeit?

Von lost-luggage, der Unterkunft und dem Kulturschock

Nach einem 9-Stunden-Flug, acht Stunden Aufenthalt in London sowie zwei Starts und zwei Landungen war ich endlich in Delhi gelandet. Total k.o. und doch voller Glück war ich endlich am Ziel und habe noch am Flughafen meine Mitreisenden kennengelernt, eine herzensgute Südafrikanerin und eine liebenswerte Spanierin. Leider hatte das Gepäck einer der beiden bei der Flugzeugwahl kein Glück, so dass sie ohne Koffer am indischen Flughafen angekommen ist. Auch wenn diese Situation sicherlich ein Horror-Szenario für jeden Reisenden darstellt, so hat sie uns doch sehr zusammengeschweißt, da wir uns von Anfang an gegenseitig so gut es ging unterstützten.


„Didi“

Meine Woche war so strukturiert, dass wir von Montag bis Freitag im Projekt waren und die Wochenenden frei hatten. Das Projekt hatte zwei Räume, einen mit einer Computerklasse, den anderen mit Straßenkindern. Ich hatte meistens die freie Wahl, mit welchen Kindern ich den Tag verbringen möchte. Den größeren aus der Computerklasse konnte man sehr gut im Umgang mit den Computern helfen. Die Tagespensum war jeden Tag relativ gut festgelegt und die Unterrichtseinheiten geplant. Die Kinder konnten auch schon ein paar Brocken Englisch, so dass man sich mit ihnen unterhalten konnte.

Schwieriger war das Ganze bei den Kleinen aus dem Straßenkinderprojekt. Man hatte jeden Tag wechselnde Kinder und viele verschiedene Lernstände. Deshalb war es in so kurzer Zeit nicht wirklich möglich, den Kindern etwas beizubringen. Darum ging es uns, meiner spanischen Mitreisenden und mir, eher darum, mit ihnen zu spielen oder zu toben, um ihnen eine unbeschwerte Zeit zu bieten. Das hat auch sehr gut geklappt und man schließt die Kleinen wirklich wahnsinnig schnell ins Herz – und sie einen auch! Wir wurden von den Kids immer „Didi“ gerufen, was übersetzt „große Schwester“ bedeutet. Ein wunderschönes Kompliment, oder?

„Freunde von Freunden der Braut“

Mein persönliches Highlight war eine indische Hochzeit, die zwei Minuten von unserer Unterkunft entfernt stattgefunden hat. Gemeinsam mit den Freiwilligen haben wir uns aufgemacht und durften als „Freunde von Freunden der Braut“ die wunderbare Stimmung und Atmosphäre einer Eheschließung in Indien erleben.

The Golden Triangle

Statt eine fertige Tour zu buchen haben meine Mitstreiterinnen und ich uns dafür entschieden, eine Tour auf eigene Faust zu organisieren, bei der wir die gleichen Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekommen. Drei Tage waren wir mit einem eigenen Chauffeur auf den Straßen Indiens unterwegs und haben uns die Highlights des Städtedreiecks Agra, Jaipur („the pink city“) und Delhi angeguckt. Ein absolutes Muss für jeden Indien-Reisenden. Jede Stadt für sich hatte ihren eigenen Charme. In Jaipur haben wir uns Saris gekauft, haben Elefanten geritten und waren beim Monkey-Tempel. Unübertroffen bleibt natürlich die Schönheit des Taj Mahals in Agra. Eine Indienreise ohne den Taj Mahal zu sehen wäre wie Pommes ohne Salz – essbar, aber nicht komplett. Definitiv. Sehr zu empfehlen ist auch ein Guide, ansonsten verpasst man die wirklich imposante Geschichte hinter dem Bauwerk. Der Taj Mahal wurde nicht angemalt, sondern seine Farbe kommt nur durch Edelsteine zustande, die in den weißen Marmor der Grabstätte eingefügt wurden. Dieses alte künstlerische Handwerk wird auch heute noch von den Nachfahren der Taj Mahal-Erbauer praktiziert, wovon wir uns bei einer Führung zum Ende unseres Trips überzeugen durften.

Last but not least …

Es war für mich definitiv die richtige Entscheidung, nach Indien zu gehen, denn ich habe viele wunderbare Menschen kennengelernt und durfte zwei echte Freundschaften schließen. Es hat einfach Spaß gemacht, mit Menschen Zeit zu verbringen, die aus denselben Gründen in ein Land reisen wie man selbst. Unbezahlbar ist natürlich auch, was man von den Kids zurückbekommt! Ein Kinderlächeln ist einfach unbeschreiblich viel wert. Freiwilligenarbeit ist also definitiv ein Abenteuer, was ich jedem aufgeschlossenen und neugierigen Menschen empfehlen kann.


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